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Sonntag, 15. März 2026 Mediadaten wsr.tv
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Northeim (awin). Die künftige medizinische Versorgung außerhalb der regulären Sprechzeiten in der Region Einbeck stand im Mittelpunkt der Kreistagssitzung in Northeim am 13. März. Hintergrund ist die Schließung der Bereitschaftsdienstpraxis durch die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) am Bürgerspital in Einbeck zum 1. Februar 2026.

Der Kreistag befasste sich mit zwei unterschiedlichen politischen Vorschlägen: Die SPD-Kreistagsfraktion brachte ein Modellprojekt „Gemeinde-Notfallsanitäter“ ein, während die AfD einen Patienten-Shuttle-Dienst vorschlägt.

SPD kritisiert Schließung der Bereitschaftspraxis

Der stellvertretende Fraktionsgeschäftsführer der SPD, Peter Traupe, kritisierte das Vorgehen der KVN im Kreistag deutlich. „Diesen Antrag hat meine Fraktion eingebracht, nachdem die KVN überfallartig ohne große vorherige Ankündigung die Bereitschaftsdienstpraxis in Einbeck geschlossen hat“, erklärte er.

Durch die Entscheidung fehle nun eine wohnortnahe Anlaufstelle für medizinische Probleme außerhalb der Sprechzeiten. Traupe sagte weiter: „Es ist ein Unding, wie da am grünen Tisch einfach so eine Einrichtung geschlossen wird und dadurch eine kritische Versorgungslücke hier in der Region entsteht.“

Besonders kritisch äußerte er sich über Berechnungen zu Fahrzeiten nach Northeim. „Es ist ein Witz, wenn uns ein Geschäftsführer der KVN letzte Woche im Ausschuss erzählt hat, dass man errechnet hätte, von Sievershausen nach Northeim würde man 35 Minuten brauchen. Das hat man vielleicht am grünen Tisch festgestellt, die Realität auf den Straßen sieht allerdings anders aus.“

Modellprojekt mit Gemeinde-Notfallsanitäter

Die SPD schlägt vor, ein Modellprojekt mit einem Gemeinde-Notfallsanitäter in der Region Einbeck zu prüfen. Diese speziell weitergebildeten Rettungsfachkräfte könnten medizinische Ersteinschätzungen vor Ort vornehmen, Hausbesuche bei akuten, aber nicht lebensbedrohlichen Beschwerden durchführen und Patientinnen und Patienten an passende Versorgungsstrukturen weitervermitteln.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Uwe Schwarz verteidigte den Vorschlag als notwendige Reaktion auf den Wegfall des ärztlichen Bereitschaftsdienstes. „Wir reden über einen Ersatz für den nicht mehr kassenärztlich durchgeführten Bereitschaftsdienst“, sagte er.

Die KVN habe ihre Ärzte entlasten wollen und die Versorgung stärker auf Northeim konzentriert. „Menschen, denen es nicht gut geht, warten nicht auf ein Shuttle-Taxi, sondern auf eine Hilfe, bei der medizinisches Fachpersonal kommt und sich anguckt, ob es ein Ernstfall ist oder nicht“, erklärte Schwarz. Die Entscheidung der KVN bezeichnete er als „absolut unverantwortlich“.

AfD schlägt Patienten-Shuttle vor

Die AfD-Fraktion brachte im Kreistag einen eigenen Antrag ein. Fraktionsvertreter Maik Schmitz betonte zunächst die gemeinsame Ausgangslage: „Es ist unstrittig, über alle Fraktionsgrenzen hinaus: Der Istzustand ist für alle Anwohner dieser Region nicht zufriedenstellend.“

Seine Fraktion lehne jedoch den Gemeinde-Notfallsanitäter ab und verwies vor allem auf die Kosten. „Ein einziges Fahrzeug im Schichtbetrieb kostet uns als Landkreis jährlich ca. 350.000 Euro an Fixkosten für Personal und Unterhalt. Das ist Geld, das wir fest binden – egal ob das Fahrzeug fährt oder ob es steht“, erklärte Schmitz.

Stattdessen schlägt die AfD einen Patienten-Shuttle-Dienst vor, der Bürger bei Bedarf zu ärztlichen Einrichtungen nach Northeim bringt. „Bei einer Pauschale von 50 Euro pro Fahrt können wir für die gleiche Summe über 7000 Mal Bürger sicher zur nächsten Praxis nach Northeim bringen. Das ist bedarfsgerecht statt starr.“

Zudem verwies Schmitz auf den Fachkräftemangel im Rettungsdienst. „Ein Notfallsanitäter verdient im Schnitt zwischen 3.800 und 4.200 Euro brutto im Monat. Wir haben einen massiven Fachkräftemangel. Wenn wir diese hochqualifizierten Retter auf niederschwellige Gemeinde-Notfallsanitäter-Fahrzeuge setzen, fehlen sie uns auf dem RTW.“

Weitere Beratung im Fachausschuss

Der Kreistag beschloss schließlich, beide Vorschläge zunächst fachlich prüfen zu lassen. Sowohl der SPD-Antrag zum Modellprojekt „Gemeinde-Notfallsanitäter“ als auch der AfD-Vorschlag eines Patienten-Shuttle-Dienstes wurden einstimmig an den Ausschuss für Brand- und Katastrophenschutz überwiesen. Dort sollen Organisation, Kosten und mögliche Auswirkungen auf die medizinische Versorgung in der Region detailliert beraten werden.

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