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Montag, 13. April 2026 Mediadaten wsr.tv
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Einbeck (red). Der Einbecker Mühlenkanal ist ein weitgehend künstlicher Gewässerlauf, der heute im Wesentlichen als Vorfluter für die Ortsentwässerung eines Teils des Stadtgebietes dient. Da der Wasserdurchfluss direkt an den der Ilme mit ihren natürlichen und jahreszeitlichen Schwankungen gekoppelt ist, kommt es besonders in abflussarmen Perioden zu sehr geringen Wassertiefen und Fließgeschwindigkeiten. Das Gewässerbett ist vielfach zu breit für die vorhandene Wassermenge, sodass es auf großen Strecken stark verlandet ist. Die ökologischen Folgen sind insbesondere Sauerstoffzehrung, die Überdeckung der Kiessohle mit Feinsediment sowie fehlende Unterstände für Fische und andere Wasserlebewesen. Trotz dieser Defizite besitzt das Gewässer ein erhebliches ökologisches Potenzial, das der Einbecker Fischereiverein mit geeigneten Maßnahmen gezielt fördern möchte.

Ausgangssituation und Zielsetzung

Das Grundprinzip der Maßnahmen besteht darin, durch eine Anpassung des Niedrigwasserquerschnittes den beschriebenen negativen Effekten entgegenzuwirken und nicht zuletzt die Widerstandsfähigkeit des Gewässers gegenüber den zunehmend spürbaren Veränderungen durch den Klimawandel zu stärken. Als Projektbereich wurde der Abschnitt unterhalb der Brücke „Schlachthofstraße“ bis etwa zum Vereinsgelände ausgewählt. Das Gewässerbett ist dort mit bis zu fünf Metern sehr breit, weist jedoch gleichzeitig ein vergleichsweise hohes Längsgefälle auf. Da der Mühlenkanal hier im ehemaligen Bachbett des Krummen Wassers verläuft, besteht die Sohle grundsätzlich aus Kies, ist jedoch teilweise mit Fremdmaterial wie Bauschutt durchsetzt. Aufgrund der geringen Strukturvielfalt und niedrigen Wassertiefen waren Fische über 20 Zentimeter Körperlänge kaum anzutreffen. Bereits vorhandene Lebensraumstrukturen sollten gezielt ergänzt werden.

Lebensraum für zahlreiche Arten

Der Mühlenkanal dient in diesem Bereich als Laich- und Aufwuchsgewässer für Bachforelle und Äsche sowie als Lebensraum zahlreicher Kleinfischarten wie Groppe, Elritze und Bachneunauge. Weitere Arten sind Dreistachliger Stichling, Bachschmerle und Gründling. Fischbestandsuntersuchungen des Fischereivereins zeigen, dass Fischdichte und Artenzahl in strukturreichen Abschnitten deutlich höher sind als in strukturarmen Bereichen.

Umsetzung der Maßnahmen

Die Maßnahmen wurden im Oktober und November des vergangenen Jahres in Eigenregie durch Mitglieder des Fischereivereins Einbeck e.V. geplant und umgesetzt. Im Vorfeld erfolgte eine Abstimmung mit der Stadt Einbeck, dem Leineverband und dem Landkreis Northeim. Auf rund einem halben Kilometer wurden 21 Eschenstämme als Strömungslenker sowie neun Kiesdepots (insgesamt etwa 18 Kubikmeter beziehungsweise 30 Tonnen) eingebaut. Die Eschenstämme fielen bei einer Baumpflegemaßnahme der Stadt Einbeck direkt vor Ort an, sodass Transportaufwand und Kosten vermieden werden konnten. Auch der Kies wurde wiederverwertet: Er fiel in der Ilme in Hullersen bei einer Brückenräumung im Rahmen der Gewässerunterhaltung durch den Leineverband an. Der weitaus größere Anteil dieser Maßnahme wurde in der Ilme oberhalb des ehemaligen Kulturstaus dem Gewässer zurückgegeben, sodass das wertvolle Substrat im System verbleibt.

Wirkung und Ausblick

Die Strömungslenker und Kiesdepots wurden so positioniert, dass das Niedrigwasserprofil um etwa zwei Drittel eingeengt und die vorhandene Gewässergestalt optimal genutzt werden. Bestehende Rinnen, Kurven- und Pralleffekte konnten erhalten oder verstärkt werden, wodurch die Strömungs- und Tiefenvielfalt erhöht wird. Die etwa 30 Zentimeter starken Stämme sind bei Mittelwasser überströmt und bei höheren Abflüssen kaum sichtbar, sodass im Hochwasserfall keine negativen Effekte entstehen.

Die Befestigung der Stämme erfolgte mittels Holzpfählen sowie Draht- und Sisalverbindungen. Für den Einbau des Kieses wurde eine Kunststoffplane verwendet, über die das Material schonend ins Gewässer eingebracht wurde. Der Kies wurde als flach geneigte Uferbank, meist in Kombination mit den Strömungslenkern, eingebaut.

Bereits kurz nach der Umsetzung zeigten sich die gewünschten positiven Effekte: Feinsedimente wurden aus Engstellen abtransportiert und in ruhigeren Bereichen abgelagert. Für die Beteiligten war dies ein direkt sichtbarer Erfolg („Man sieht sofort, dass es wirkt“). Zudem laichen aktuell die ersten Bachneunaugen im Bereich der Strömungslenker.

Die weitere Entwicklung wird kontinuierlich durch Fotodokumentationen, Unterwasseraufnahmen und Elektrobefischungen begleitet. Auf Grundlage der bisherigen Erfahrungen wird derzeit ein Konzept zur weiteren Aufwertung des Mühlenkanals erarbeitet. Weitere Informationen gibt es unter www.fischereiverein-einbeck.de sowie auf Instagram unter @einbeckerangler.

Fotos: Fischereiverein Einbeck e.V.

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