Göttingen/Northeim (red). Der Landkreis Göttingen, die Stadt Göttingen und der Landkreis Northeim wollen ihre interkommunale Zusammenarbeit weiter ausbauen und streben die Einrichtung einer gemeinsamen Einsatzleitstelle an. Vorgesehen ist, die Kommunale Regionalleitstelle Göttingen mit der Einsatzleitstelle in Northeim zur Großleitstelle Südniedersachsen zusammenzuführen. Ziel sei es, die Leitstellenstrukturen in der Region nachhaltig, leistungsfähig und wirtschaftlich weiterzuentwickeln.
Voraussetzung sind entsprechende Beschlüsse in den Kreistagen der Landkreise Göttingen und Northeim sowie im Rat der Stadt Göttingen. Standort, Kosten und Personalbedarf sollen in den weiteren Planungen konkretisiert werden.
Am Mittwoch, 11. Februar 2026, stellten Astrid Klinkert-Kittel, Landrätin des Landkreises Northeim, Marlies Dornieden, Kreisrätin des Landkreises Göttingen, und Christian Schmetz, Erster Stadtrat der Stadt Göttingen, das Vorhaben bei einer Informationsveranstaltung im Northeimer Kreishaus vor. Eingeladen waren Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Feuerwehr und Rettungsdienst.
Schrittweise Annäherung geplant
Bereits seit 2023 befassen sich die beiden Landkreise und die Stadt Göttingen mit der Frage, wie die Leitstellenarbeit in der Region nachhaltig organisiert werden kann und ob eine engere Kooperation möglich ist. Eine externe fachliche Untersuchung analysierte die Möglichkeiten einer Zusammenlegung der Leitstellen.
Die Ergebnisse zeigen nach Angaben der Beteiligten, dass größere gemeinsame Strukturen Vorteile bei der Personalverfügbarkeit, der technischen Ausstattung und der Leistungsfähigkeit bieten. Durch die Bündelung an einem Standort könnten Doppelarbeiten vermieden und Aufgaben besser verteilt werden. Auch Einsatzlagen ließen sich klarer beurteilen, wenn mehrere Notrufe zu demselben Ereignis eingehen.
„Die Arbeit in den Leitstellen steht vor wachsenden organisatorischen und personellen Herausforderungen. Die geplante Weiterentwicklung zeigt, wie bestehende Strukturen für die Zukunft ausgerichtet werden können und bildet damit eine Grundlage für die weiteren Beratungen“, erklärte Landrätin Astrid Klinkert-Kittel.
Marlies Dornieden betonte: „Die enge Zusammenarbeit im Leitstellenbereich ist ein wichtiger Baustein für eine leistungsfähige Gefahrenabwehr in Südniedersachsen. Unser Anspruch ist es, die Einsatzfähigkeit dauerhaft zu sichern, Strukturen zu stabilisieren und gleichzeitig verlässliche Perspektiven für die Mitarbeitenden zu schaffen.“
Göttingens Oberbürgermeisterin Petra Broistedt ergänzte: „Mit dem Landkreis Göttingen arbeiten wir bereits an vielen Stellen lange eng zusammen. Mit dem Landkreis Northeim haben wir nun einen weiteren starken Partner auf Augenhöhe gefunden. Gemeinsam werden wir die gute Versorgung der Menschen in unserer Region auch in Zukunft sicherstellen.“
Perspektivisch ist vorgesehen, die Großleitstelle Südniedersachsen in der Rechtsform einer Anstalt öffentlichen Rechts einzurichten. Zunächst soll jedoch eine Zweckvereinbarung als Übergangslösung geschlossen werden. Nach deren Abschluss ist für organisatorische, rechtliche und technische Anpassungen ein Zeitraum von etwa 18 Monaten vorgesehen. Zudem soll geprüft werden, ob sich weitere Kommunen beteiligen oder zusätzliche Aufgaben – etwa im Rettungsdienst – in eine spätere Organisationsform integriert werden können.
Foto: Landkreis Northeim