Einbeck (awin). Am Zentralen Omnibusbahnhof in Einbeck warten Fahrgäste seit Jahren ohne ausreichenden Schutz vor Sonne, Hitze und Regen. Nun kommt wieder Bewegung in das Thema: Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am 6. Mai einstimmig beschlossen, einen Antrag der Gruppe LIBERAL UND KLAR zur weiteren Beratung an den Ausschuss für Bau- und Stadtentwicklung zu überweisen.
Fahrgäste warten ohne Dach und Schatten
Die Gruppe fordert einen geschützten Wartebereich am ZOB. Vor allem Schülerinnen und Schüler stehen dort regelmäßig im Freien, wenn sie auf ihre Busse warten. Auch Pendlerinnen und Pendler sollen nach dem Willen der Antragsteller besser vor Wetter und Hitze geschützt werden.
Die Verwaltung soll nun ausarbeiten, wie ein solcher Unterstand aussehen kann, was er kostet und ob dafür Zuschüsse genutzt werden können. Auch die Busunternehmen, die den ZOB anfahren, sollen einbezogen werden. Wichtig ist den Antragstellern außerdem, dass eine mögliche Konstruktion nicht nur eine kurzfristige Lösung ist, sondern bei einer späteren Neugestaltung des ZOB weiterverwendet werden kann.
Früherer Unterstand wurde abgerissen
Hintergrund ist der Abriss des früheren Unterstandes am ZOB. Alexander Kloss erläuterte in der Ratssitzung, dass die Stadt im Zuge des Umbaus der ehemaligen Hauptpost durch einen privaten Investor einen kleinen Teil des ZOB-Grundstücks abgegeben habe, damit dort Stellflächen entstehen konnten. Dafür habe der damalige Unterstand weichen müssen.
Dieser sei „kein schönes, aber zweckmäßiges Gebäude“ gewesen, sagte Kloss. Dort habe es auch benutzbare, abgeschlossene Toiletten gegeben. Eigentlich sollte der ZOB anschließend neu geplant und gemeinsam mit dem Areal rund um den Bahnhof Einbeck-Mitte aufgewertet werden.
Dazu kam es jedoch nicht. Kloss verwies auf die Proteste gegen Straßenausbaubeiträge. Anwohner der „Bever-Straße“ hätten die Ausbaukosten des ZOB mittragen sollen. Nach dem Erfolg der Bürgerinitiative habe die Stadt die Umbaupläne nicht weiter vorantreiben können. Damit sei aber auch der Ersatz für einen vernünftigen Unterstand ausgeblieben.
Eltern und Pendler hätten sich gemeldet
Kloss machte deutlich, dass es der Gruppe nicht um eine große Neugestaltung des gesamten Platzes gehe, sondern zunächst um eine praktische Verbesserung für die Menschen, die den ZOB täglich nutzen. „Wir sind von vielen Eltern angesprochen worden, deren Kinder dort seit Jahren auf den Bus warten müssen und dort Wetter und Hitze ausgesetzt sind“, sagte er. Auch Pendlerinnen und Pendler hätten den fehlenden Wetterschutz beklagt.
Trotz enger Haushaltsmittel solle sich die Stadt des Themas annehmen. Kloss betonte, dass Einbeck die Kosten möglicherweise nicht allein tragen müsse. Im Zweckverband Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen gebe es eine den Kommunen kaum bekannte Förderrichtlinie, die Mittel für solche Maßnahmen bereitstelle. Die Gelder müssten nach seinen Worten angefordert werden.
Im Bauausschuss soll nun geklärt werden, welche Lösung am ZOB möglich ist, welche Kosten entstehen und ob Fördermittel oder eine Beteiligung der Verkehrsunternehmen infrage kommen.
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