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Freitag, 06. Februar 2026 Mediadaten wsr.tv
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Maximilian Tolle (Vorsitzender der Jungen Liberalen im Landkreis Northeim), Torge Gipp (Vorsitzender des Kreisverbandes) und Christian Dürr (FDP Bundesvorsitzender).

Landkreis Northeim (red). Am Rande des traditionellen Gildentages in Northeim ist es zu einem Austausch zwischen dem FDP-Kreisvorsitzenden Torge Gipp und dem FDP-Bundesvorsitzenden Christian Dürr gekommen. Im Zentrum des Gesprächs stand nach Angaben der Freien Demokraten die aktuelle Lage an Niedersachsens Schulen sowie die Frage, wie Sprachförderung künftig stärker verankert werden könne.

Aus Sicht der FDP bestehe dringender Handlungsbedarf, da ein signifikanter Anteil der Schülerinnen und Schüler bei der Einschulung nicht über ausreichende Deutschkenntnisse verfüge, um dem Unterricht folgen zu können. Die Partei spricht von einer bildungspolitischen Herausforderung, die entschieden angegangen werden müsse.

Sommerschulen als Instrument der Sprachförderung

Christian Dürr hatte jüngst gegenüber dem FOCUS die bundesweite Einführung verpflichtender Sommerschulen nach österreichischem Vorbild gefordert. Dieser Vorstoß werde vom FDP-Kreisverband Northeim unterstützt. Torge Gipp erklärte dazu: „Das Gespräch mit Christian Dürr hat verdeutlicht, dass wir in der Bildungspolitik endlich vom Krisenmodus in den Gestaltungsmodus kommen müssen.“

Weiter führte Gipp aus: „Wir können es uns nicht leisten, Kinder sechs Wochen lang in den Ferien allein zu lassen, wenn die Sprachbarriere der größte Bremsklotz für ihre Integration ist. Kürzere Ferien für gezielte Deutschförderung sind kein Strafunterricht, sondern ein faires Angebot für echte Aufstiegschancen.“

Wer die Teilnahme an diesen Fördermaßnahmen verweigere, müsse nach Auffassung der FDP auch mit Sanktionen rechnen. „Integration ist keine Einbahnstraße, sondern eine Bringschuld der Eltern“, so Gipp.

Reform der Lehrerausbildung gefordert

Über die Ferienangebote hinaus fordert der FDP-Kreisverband eine Reform der Lehrerausbildung in Niedersachsen. Nach Darstellung der Partei sei die Qualifikation „Deutsch als Zweitsprache“ bislang häufig nur ein freiwilliges Zusatzangebot. Die FDP fordere daher, DaZ als verpflichtendes Modul in alle Lehramtsstudiengänge zu integrieren.

Die Co-Vorsitzende des FDP-Kreisverbandes, Dr. Marion Villmar-Doebeling, erklärte: „Wir fordern, dass DaZ als verpflichtendes Modul in alle Lehramtsstudiengänge integriert wird. In einer vielfältigen Gesellschaft ist heute jeder Lehrer auch ein Sprachlehrer.“ Es reiche nicht aus, ausschließlich Fachwissen zu vermitteln, wenn sprachliche Barrieren den Lernerfolg verhinderten. „Wir brauchen Profis statt Provisorien in unseren Klassenzimmern“, so Villmar-Doebeling.

Forderungskatalog für Niedersachsen

Darüber hinaus hat der FDP-Kreisverband Northeim einen Forderungskatalog vorgelegt. Dazu zählen nach eigenen Angaben verbindliche Sprachtests zwei Jahre vor der Einschulung, sogenannte Chancenbudgets für Schulen sowie eine Investitionsoffensive mit einer Erhöhung der Bildungsausgaben auf mindestens 1,5 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Abschließend erklärte Torge Gipp: „Der Gildentag in Northeim steht für Tradition und wirtschaftliche Stärke. Beides können wir nur bewahren, wenn wir die Fachkräfte von morgen heute sprachfähig machen.“

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