Einbeck (red). Am Montag, 23. März 2026, bleiben die Apotheken in ganz Deutschland und auch in der Region Einbeck/Dassel geschlossen. In Deutschland gibt es am Montag einen bundesweiten Protesttag der Apotheken. Um 13 Uhr finden vier zentrale Protestkundgebungen in Berlin, Düsseldorf, München und in Hannover statt. Nach Hannover werden auch die Apothekeninhaberinnen und Apothekenmitarbeiterinnen aus der Region Einbeck/Dassel fahren und an der Protestkundgebung teilnehmen.
Apotheker aus Einbeck schildert Lage vor Ort
„Seit 2013 ist die Vergütung der Apotheken nicht verändert worden, während die Kosten um 65 % gestiegen sind. Jeden Tag schließt in Deutschland mindestens eine Apotheke. Im letzten Jahr gab es in Deutschland 502 Apothekenschließungen. Und in Einbeck haben in den letzten Jahren allein vier Apotheken geschlossen. Dies ist auch der Politik bekannt, und daher wurde im Koalitionsvertrag eine Erhöhung der Vergütung beschlossen. Doch bis heute wurde diese nicht umgesetzt!“, erklärt Andreas Hartwig von der Ilme-Apotheke stellvertretend für die Apotheken der Region Einbeck.
So könne es nicht weitergehen, und deshalb gingen die deutschen Apotheker*innen und Apothekenmitarbeiter*innen auf die Straße. Diese Situation biete für den gesamten Berufsnachwuchs keine hoffnungsvolle Perspektive, und ohne junge, gut ausgebildete Apotheker*innen sowie pharmazeutisch-technische und kaufmännische Angestellte werde es keine Apothekenübernahmen und -neugründungen geben, und es werde auch niemand mehr eine Ausbildung in diesem Beruf anstreben. So könne es nicht weitergehen.
An diesem Tag wird lediglich eine Notfallversorgung über die notdiensthabenden Apotheken sichergestellt. In Einbeck übernimmt diese Rolle die Rats-Apotheke. Patientinnen und Patienten werden gebeten, den Protesttag bei der Planung ihrer Arzneimittelversorgung zu berücksichtigen. Wer keinen echten Notfall hat, wird gebeten, seine Rezepteinlösung am Tag darauf bei der Apotheke des Vertrauens durchzuführen. In dringenden Notfällen steht jedoch die Rats-Apotheke Einbeck am „Marktplatz 15“ zur Verfügung.
Bundesweite Petition
Unterstützt werden die Forderungen auch durch eine bundesweite Petition mit dem Titel „Apothekensterben stoppen – Koalitionsvertrag jetzt umsetzen!“. Darin fordern Apothekerverbände die Bundesregierung auf, die im Koalitionsvertrag zugesagte Erhöhung des Apothekenhonorars umzusetzen und künftig regelmäßig anzupassen, um die wohnortnahe Versorgung zu sichern.
„Mit unserem Protest unterstützen wir unsere Regierung, die Anpassung sofort vorzunehmen. Wir werden es nicht zulassen, dass die Apotheken kaputtgespart werden!“, so Dr. Mathias Grau, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des LAV. „Wir brauchen finanzielle Stabilität und Planungssicherheit, damit die Apotheken vor Ort mit allen Mitarbeiterinnen und Berufsgruppen die Arzneimittelversorgung auch in Zukunft sicherstellen können!“