Bad Gandersheim (red). Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) schließt zum 31. März 2026 die 25-Betten-Station der Allgemeinen Inneren Medizin im Regionalen Gesundheitszentrum (RGZ) im BürgerGesundheitsPark Bad Gandersheim. Hintergrund seien nach Angaben der UMG fehlende strukturelle Rahmenbedingungen sowie eine dauerhaft zu niedrige Auslastung der stationären Einheit. Die ambulanten Angebote am Standort bleiben bestehen.
Die stationäre Einheit war am 29. Januar 2024 eröffnet worden. Ziel sei es gewesen, Patientinnen und Patienten aus der Region eine wohnortnahe, kurzstationäre Versorgung zu ermöglichen. Nach zwei Jahren intensiver Aufbauarbeit falle die Entscheidung nun vor dem Hintergrund finanzieller und gesundheitspolitischer Herausforderungen.
Strukturelle Voraussetzungen nicht erfüllt
Das Konzept beruhte auf einem integrativen Versorgungsmodell. Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte oder der Rettungsdienst sollten Patientinnen und Patienten einweisen, die nicht in einem Schwerpunkt- oder Maximalversorger behandelt werden müssten, aber auch nicht ambulant oder in Pflegeeinrichtungen versorgt werden könnten. Zugleich sei das Modell auf eine stabile Finanzierung angewiesen gewesen, insbesondere auf die Möglichkeit, Patientinnen und Patienten zwischen Maximalversorgern und dem RGZ zu verlegen – verbunden mit einer auskömmlichen Kostenerstattung.
Die notwendigen strukturellen Rahmenbedingungen seien bislang gesundheitspolitisch nicht geschaffen worden. Dadurch sei die Auslastung dauerhaft deutlich unter dem wirtschaftlich erforderlichen Niveau geblieben.
„Zusammen mit den Mitarbeitenden der stationären Einheit haben wir in den vergangenen zwei Jahren mit großem Engagement daran gearbeitet, die stationäre Einheit im RGZ zu einem zusätzlichen Baustein der regionalen Versorgung zu entwickeln. Auch wenn wir das Angebot nun einstellen müssen, bleiben wir überzeugt, dass der eingeschlagene Weg für die Zukunft der Gesundheitsversorgung im Land richtig ist. Nun gilt es, ein neues pflegerisches Versorgungsangebot zu etablieren, um die wohnortnahe medizinische Versorgung als RGZ weiter zu gewährleisten“, sagt Prof. Dr. Lorenz Trümper, Vorstand Krankenversorgung der UMG. „Die ambulanten Einheiten funktionieren hingegen sehr gut, und wir werden das RGZ gemeinsam mit unseren Partnern weiter als innovatives Modellprojekt stärken.“
Ambulante Angebote bleiben bestehen
Von der Schließung ist ausschließlich der stationäre Bereich betroffen. Das RGZ bleibt als Modellprojekt für wohnortnahe Versorgung aktiv. Die hausärztliche Zweigpraxis des MVZ der UMG sowie die psychiatrische Tagesklinik werden weitergeführt und seien gut nachgefragt.
Für die Mitarbeitenden der stationären Einheit kündigt die UMG eine langfristige Perspektive an. Alle Beschäftigten sollen eine neue Stelle am Standort Göttingen erhalten. Ziel sei ein reibungsloser Übergang bei gesicherter Weiterbeschäftigung.
Foto: BürgerGesundheitsPark Bad Gandersheim