Moringen (red). Mit einer Gedenkveranstaltung erinnerte die KZ-Gedenkstätte Moringen am vergangenen Samstag an die Einweihung der Gedenktafel an der „Langen Straße“ vor 40 Jahren. Gleichzeitig wurden die Weichen für die zukünftige Weiterentwicklung der Gedenkstätte gestellt.
Am 28. Juni 1986 war die Gedenktafel an der ehemaligen Kommandantur der Konzentrationslager durch den damaligen Niedersächsischen Sozialminister Hermann Schnipkoweit im Beisein ehemaliger Häftlinge feierlich eingeweiht worden. Damit wurden die nationalsozialistischen Verbrechen mitten in der Stadt erstmals öffentlich sichtbar gemacht. Zeitgleich wurde nach Abschluss der Sanierungsarbeiten im damaligen Landeskrankenhaus – heute Maßregelvollzugszentrum Niedersachsen (MRVZN) – im Eingangsbereich der ehemaligen Kommandantur eine erste Ausstellung zu den drei Moringer Konzentrationslagern eröffnet.
Erinnerung und Mahnung
Für die Überlebenden des Jugend-KZ hielt damals Wolfgang Grunewald eine Rede. Vierzig Jahre später erinnerte dessen Sohn Michael Grunewald an die Geschichte seines Vaters.
„Dass auf der Gedenktafel die Nazi-Wortwahl ‚Jugendschutzlager‘ verwendet wurde, war für meinen Vater […] ein Skandal. Er schäumte vor Wut, wenn wir darauf zu sprechen kamen. Auch für mich ist es […] befremdlich, dass hier eine NS-Wortschöpfung Verwendung findet, die lediglich der Verharmlosung der hier stattgefundenen Entmenschlichung diente. […] Diese Tafel und die Gedenkstätte sollen aber nicht nur auf das vergangene grausame und menschenverachtende Unrecht hinweisen. Sie sollen auch die heutigen und zukünftigen Generationen ermutigen, Unmenschlichkeit, Diktatur und Willkür zu bekämpfen.“
Weichen für die Zukunft gestellt
Um die Erinnerungsarbeit langfristig zu sichern, beschloss die außerordentliche Mitgliederversammlung der Lagergemeinschaft als Trägerverein noch am selben Tag, Fördermittel für die Neugestaltung der KZ-Gedenkstätte Moringen zu beantragen.
40 Jahre nach der Eröffnung der ersten Ausstellung soll damit der Weg für eine neue, barrierefrei zugängliche Dauerausstellung geebnet werden.
Foto: KZ-Gedenkstätte Moringen.