Einbeck (awin). Seit dem 18. Mai ist im August-Wenzel-Stadion an der „Schützenstraße“ deutlich zu sehen, dass sich etwas bewegt: Baufahrzeuge stehen auf der Anlage, der alte Belag wird abgetragen, die Sanierung der Laufbahn hat begonnen. Für Einbeck ist das mehr als eine notwendige Baumaßnahme. Das Stadion ist seit Jahrzehnten ein Ort für Schulsport, Vereinstraining und Wettkämpfe. Nun soll die Anlage nach gut 40 Jahren Nutzung wieder eine Bahn bekommen, die den Anforderungen der kommenden Jahre gerecht wird.
Warum die Sanierung nötig wurde
Die Tartanbahn stammt aus den 1980er-Jahren. In dieser Zeit hat sie viele Trainingsstunden, Schulveranstaltungen und sportliche Begegnungen getragen. Reparaturen gab es immer wieder, vor allem an der oberen Schicht. Vollständig ersetzt wurde der Belag jedoch nicht. Nach vier Jahrzehnten war deshalb klar: Ausbessern allein reicht nicht mehr.
Jetzt wird der alte Kunststoff abgezogen und entsorgt. Dass die Arbeiten nicht tiefer in die Substanz der Anlage eingreifen müssen, ist für die Stadt ein wichtiger Punkt. Der Unterbau sei in gutem Zustand, erläuterte Matthias Zaft, Sachgebietsleiter Straßen- und Grünflächenmanagement. Damit könne die neue Oberfläche auf einer tragfähigen Grundlage entstehen.
Was auf der Anlage gemacht wird
Bevor die neue Kunststoffschicht aufgesprüht werden kann, wird das Umfeld der Bahn vorbereitet. Die Entwässerung wird überarbeitet, Einfassungen werden instand gesetzt und für den Wassergraben wird ein neuer Sickerschacht eingebaut. Auch an spätere Möglichkeiten wird gedacht: Unter der Bahn lässt die Stadt Leerrohre verlegen. Sie könnten genutzt werden, falls zu einem späteren Zeitpunkt eine Bewässerungsanlage für den Rasen eingebaut werden soll.
Damit entsteht nicht nur eine neue Laufoberfläche. Die Stadt nutzt die Sanierung auch, um technische Voraussetzungen zu schaffen, die künftige Arbeiten erleichtern könnten. Am Ende erhält die Bahn eine neue Linierung nach aktuellen Standards.
Aus drei Abschnitten wurde eine Komplettsanierung
Die Erneuerung hat eine längere Vorgeschichte. Erste Überlegungen zur Sanierung gab es bereits vor mehreren Jahren. Im Dezember 2024 stellte der Rat für den Haushalt 2025 rund 529.000 Euro bereit und erteilte den Planungsauftrag. Bei einer Besprechung im Rathaus im Juni 2025 wurde festgelegt, welche Arbeiten konkret notwendig sind.
Ursprünglich sollte die Laufbahn in drei Abschnitten erneuert werden. Im weiteren Verlauf zeigte sich jedoch, dass diese Lösung wirtschaftlich nicht sinnvoll wäre. Deshalb entschied der Rat am 3. September 2025, die Maßnahme in einem Durchgang umzusetzen. Ende 2025 folgte die Ausschreibung. Zaft sagte, es seien für damalige Verhältnisse „vernünftige Preise“ erzielt worden.
Wetter entscheidet über den Zeitplan mit
Die neue Kunststoffschicht ist einer der wichtigsten und zugleich empfindlichsten Arbeitsschritte. „Die Kunststoffarbeiten sind stark witterungsabhängig. Es muss trocken und windstill sein, sonst können die Arbeiten nicht sachgerecht durchgeführt werden“, so Astrid Wenzel vom Straßen- und Grünflächenmanagement der Stadtverwaltung. Erst danach kann die abschließende Linierung erfolgen. Nach einer Trocknungszeit von zwei bis drei Tagen soll die Bahn wieder nutzbar sein.
Geplant ist, die Sanierung bis zum Ende der Sommerferien abzuschließen. Dann könnten Schulen und Vereine die Anlage zum neuen Schuljahr wieder nutzen. Damit der neue Belag möglichst lange hält, richtet Zaft bereits jetzt eine klare Bitte an alle, die die Anlage künftig nutzen: „Bitte nicht befahren.“

Fotos: awin