Einbeck (red). Für Freundinnen und Freunde des klassischen Streichquartetts hält die StadtpARTie 2026 einen besonderen Höhepunkt bereit: Das Minetti Quartett aus Wien spielt am Sonntag, 17. Mai 2026, um 11 Uhr in der Halle des Alten Rathauses Werke von Franz Schubert, Erwin Schulhoff und Johannes Brahms.
Franz Schubert schrieb sein Streichquartett C-Dur im Jahr 1813 im Alter von nur 16 Jahren. Das Werk gilt als erstaunlich reifes Frühwerk und erinnert im ersten Satz an das sogenannte Dissonanzenquartett von Mozart. Musikalisch wechselt das Stück zwischen spritziger Heiterkeit, melodischer Innigkeit und beinahe beethovenschen Scherzo-Elementen im Menuett.
Werke zwischen Moderne und Romantik
Erwin Schulhoffs „Fünf Stücke für Streichquartett“ spiegeln das „Zwanziger-Jahre-Fieber“ des vergangenen Jahrhunderts wider und verhalfen dem Komponisten beim IGNM-Fest 1924 in Salzburg zum Durchbruch. Schulhoff entwickelte sich von expressionistischen Anfängen über Einflüsse der Neuen Wiener Schule zu einem bedeutenden Vertreter der tschechischen Moderne.
Die nationalsozialistische Verfolgung setzte der blühenden tschechischen Musikszene der 1930er Jahre ein abruptes Ende. Erwin Schulhoff wurde als Kommunist, Jude und als sogenannter „entarteter“ Komponist verfolgt und starb 1942 in einem bayerischen Konzentrationslager an Tuberkulose.
Johannes Brahms vollendete seine Quartette op. 51 im Jahr 1873 in Bayern. Sein Streichquartett c-Moll op. 51/1 gilt als technisch anspruchsvolles und emotional dichtes Meisterwerk der Kammermusik. Das Werk verbindet dramatische Strukturen mit schubertscher Melodik und beethovenscher Formensprache.
International ausgezeichnetes Quartett aus Wien
Das Minetti Quartett wurde 2003 in Wien gegründet und hat sich seitdem einen festen Platz in der internationalen Streichquartettszene erarbeitet. Das Ensemble besteht aus Maria Ehmer und Anna Knopp an den Violinen, Milan Milojicic an der Viola sowie Leonhard Roczek am Violoncello.
Zu den größten Wettbewerbserfolgen zählen Auszeichnungen beim internationalen Kammermusikwettbewerb „Franz Schubert und die Musik der Moderne“ im Jahr 2006 sowie beim Internationalen Joseph-Haydn-Wettbewerb 2007. Zudem erhielt das Quartett unter anderem den „Großen Gradus ad Parnassum Preis“, das Startstipendium des österreichischen Bundesministeriums sowie das Karajan-Stipendium.
Bedeutende Mentoren begleiteten Ensemble
Mentoren und Förderer des Minetti Quartetts waren Johannes Meissl sowie die Mitglieder des Alban Berg Quartetts an der Wiener Musikuniversität, wo das Ensemble zu Beginn der solistischen Studien gegründet wurde.
Als Stipendiaten der Europäischen Kammermusikakademie erhielten die Musikerinnen und Musiker außerdem künstlerische Impulse von Ferenc Rados, Alfred Brendel sowie Mitgliedern der Quartette Artemis, Amadeus und Hagen.
Foto: Minetti Quartett