Einbeck (gs). Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März luden das Frauenforum Einbeck, die Gleichstellungsstelle der Stadt Einbeck sowie die Einbecker Lichtspielfreunde e.V. zu einer besonderen Filmveranstaltung ein. Gezeigt wurde die Dokumentation „Ein Tag ohne Frauen“, die auf großes Interesse stieß und das Kino bis auf nahezu den letzten Platz füllte.
„Es war die bestbesuchte Veranstaltung in diesem Format“, freute sich Hella Hüser, Vorsitzende der Einbecker Lichtspielfreunde, über den großen Zuspruch des Publikums. Viele Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, sich gemeinsam mit dem Thema Gleichberechtigung auseinanderzusetzen und anschließend miteinander ins Gespräch zu kommen.
Die Dokumentation „Ein Tag ohne Frauen“ erzählt die Geschichte des historischen Frauenstreiks in Island im Jahr 1975. An diesem Tag legten rund 90 Prozent der isländischen Frauen ihre Arbeit nieder – sowohl in ihren Berufen als auch im Haushalt. Ziel der Aktion war es, auf die zentrale Rolle von Frauen in Gesellschaft und Wirtschaft aufmerksam zu machen und gleichzeitig auf bestehende Ungleichheiten hinzuweisen. Der landesweite Streik machte eindrucksvoll sichtbar, wie stark das öffentliche Leben von der Arbeit von Frauen geprägt ist. Die Protestaktion gilt als Meilenstein der internationalen Frauenbewegung und trug dazu bei, dass Island in den folgenden Jahren große Fortschritte in der Gleichstellungspolitik erzielte.
„Der Film mit seinen Inhalten ist aktueller denn je, wenn wir uns die aktuellen gesellschaftspolitischen Diskurse sowie die neuesten Umfragewerte zum Thema Frauenbild, insbesondere bei der Generation Z, ansehen“, betonte Anna Schäfer, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Einbeck. Die Dokumentation rege dazu an, über gesellschaftliche Rollenbilder, Gleichberechtigung und die Bedeutung solidarischen Engagements nachzudenken.
Das Frauenforum Einbeck, das als überparteiliche Institution seit vielen Jahren Themen rund um Gleichstellung und gleichberechtigte Teilhabe aufgreift, bildete gemeinsam mit den ehrenamtlich Engagierten des Neu-Deli-Kinos eine tragende Säule der Veranstaltung.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Veranstaltung war die Unterstützung eines sozialen Projekts vor Ort. Im Rahmen der Filmvorführung wurden Spenden in Höhe von insgesamt 903,36 Euro gesammelt, die der Stiftung Kinderheimat Neuhaus, speziell der Mutter-Kind-Wohngruppe in Einbeck, zugutekommen.
Die Geschäftsführerin der Stiftung Kinderheimat Neuhaus, Tanja Arzeus, war ebenfalls anwesend. Zu Beginn der Veranstaltung stellte sie die Arbeit der Einrichtung vor und gab Einblicke in die Unterstützungsmöglichkeiten für junge Mütter und ihre Kinder. Im Anschluss stand sie den Besucherinnen und Besuchern für Fragen zur Verfügung und informierte über die Arbeit und die Angebote der Stiftung.
Abgerundet wurde der Vormittag durch einen gemütlichen Austausch im Foyer des Kinos. Bei Fingerfood, Kaffee, Waffeln und einem Glas Prosecco kamen die Besucherinnen und Besucher miteinander ins Gespräch und nutzten die Gelegenheit für anregende Diskussionen über die Inhalte des Films und aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen.
Die Veranstalterinnen zeigten sich am Ende sehr zufrieden mit der großen Resonanz, der lebendigen Atmosphäre und der gelungenen Verbindung aus Information, Austausch und sozialem Engagement – ein rundum gelungener Beitrag zum Internationalen Frauentag in Einbeck. Zugleich bestehe zur Herstellung von Gleichstellung in Deutschland weiterhin großer Handlungsbedarf.
Foto: Gerd Stahnke