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Montag, 15. Juni 2026 Mediadaten wsr.tv
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Einbeck (awin). Mehrere Tage ohne verlässliche Frischwasserversorgung: Der Wasserrohrbruch in Kreiensen hat im Einbecker Stadtrat deutliche Kritik an der Informationspolitik von Stadtwerken und Verwaltung ausgelöst. Die CDU-Fraktion brachte das Thema in der Ratssitzung am 10. Juni 2026 per Dringlichkeitsantrag auf die Tagesordnung. Am Ende wurde der Antrag einstimmig in den Ausschuss für Feuerwehr- und Katastrophenschutz überwiesen.

Kritik an später Information

Ende Mai war in Teilen von Kreiensen die Frischwasserversorgung ausgefallen. Ursache war ein Wasserrohrbruch. Dass so etwas passieren kann, stellte im Rat kaum jemand infrage. Der Ärger entzündete sich vielmehr daran, wie spät Informationen vor Ort ankamen. Nach Darstellung der CDU seien sowohl der Ortsbürgermeister als auch der Ortsbrandmeister erst spät und nur nach aktivem Nachfragen über Umfang und mögliche Dauer des Ausfalls informiert worden. Auch aus der Bürgerschaft habe es Rückmeldungen gegeben, dass Anfragen unbeantwortet geblieben seien.

Dirk Ebrecht (CDU) machte deutlich, dass der Rat den Fall nicht einfach abhaken dürfe. „Risiko und Unglück schlafen leider nicht. Wir reden hier nur über einen Wasserrohrbruch in Kreiensen, das passiert immer wieder mal. Aber es kann durchaus schlimmeres passieren“, sagte er. Deshalb müsse jetzt aufgearbeitet werden, was in diesem Fall nicht funktioniert habe.

Aus Sicht der CDU geht es dabei vor allem um klare Zuständigkeiten. Ebrecht kritisierte, die Kommunikation sei gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern und auch gegenüber der Politik schlecht gelaufen. Er selbst warte bis heute auf eine Antwort-E-Mail zu Nachfragen in der Sache. Die CDU habe den Eindruck gewonnen, dass Verantwortung zwischen Stadtwerken und Stadtverwaltung hin- und hergeschoben worden sei. Gerade wenn schon ein vergleichsweise kleiner Ernstfall Probleme offenlege, müsse der Rat genauer hinsehen, so Ebrecht sinngemäß.

Stadtwerke räumen Fehler ein

Bernd Cranen, Geschäftsführer der Stadtwerke Einbeck, schilderte im Rat den Ablauf aus Sicht des Unternehmens. Die Meldung über den Rohrbruch sei morgens gegen 2 Uhr eingegangen, die Rufbereitschaft sei seitdem im Einsatz gewesen. Die Schadensstelle an der B64 sei zunächst als normaler Rohrbruch eingestuft worden. Der Schaden sei gesucht, gefunden und repariert worden.

Schwierig sei es bei der Wiederbefüllung gegen 17.30 Uhr geworden. Dabei sei es etwa zwei Meter entfernt an derselben Stelle zu einer zweiten Störung gekommen. „Da hätte die Situation auf der Eskalationsstufe eine Stufe höher eingeschätzt werden müssen“, sagte Cranen. Das sei nicht passiert und „in diesem Fall nicht gut gelaufen“.

Cranen trennte im Rat deutlich zwischen der technischen Arbeit und der Kommunikation. Die Mitarbeitenden der Stadtwerke seien Tag und Nacht für die Bürgerinnen und Bürger im Einsatz gewesen, sagte er. Fachlich sei die Abarbeitung sehr gut verlaufen. Nicht gut gelaufen sei die Kommunikation. Nach Angaben der Stadtwerke seien Informationen über BIWAPP eingestellt worden. Man sei davon ausgegangen, dass die relevanten Kräfte diese App nutzten und dadurch informiert seien.

Fall wird im Ausschuss weiter beraten

Mit dem Antrag will die CDU erreichen, dass der Vorfall technisch und kommunikativ aufgearbeitet wird. Die Stadtwerke sollen darstellen, wie es zu der Störung kam, wie die Kommunikation in Krisenlagen vorgesehen ist und welche Lehren aus dem Wasserausfall gezogen werden. Die Stadtverwaltung soll erklären, wer in Risiko-, Krisen- und Katastrophenlagen örtliche Ansprechpartner sowie die Öffentlichkeit informiert und wie die Zuständigkeiten zwischen Verwaltung und Stadtwerken geregelt sind.

Für den Rat ist der Fall damit noch nicht erledigt. Im Ausschuss für Feuerwehr- und Katastrophenschutz soll nun geklärt werden, warum Informationen in Kreiensen nicht früher ankamen und wie das beim nächsten Ernstfall verhindert werden kann.

Foto: Symbolfoto

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