Einbeck (red). Die Stadtratsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat einen Antrag eingebracht, der die kostenlose Bereitstellung von Menstruationsartikeln wie Binden und Tampons in den von Frauen genutzten öffentlichen Toiletten der Stadt Einbeck vorsieht. Konkret umfasst dies neben öffentlichen Toiletten auch Einrichtungen wie die Stadtbücherei und soziale Einrichtungen. Die Produkte sollen regelmäßig aufgefüllt und dauerhaft verfügbar gehalten werden.
Testphase und Kosten im Blick
Die Kosten für das Vorhaben werden von der Fraktion grob auf rund 2500 Euro pro Jahr geschätzt. Eine genaue Zahl soll jedoch von der Stadtverwaltung ermittelt werden. Vorgesehen ist eine zweijährige Testphase, um Akzeptanz und Nutzen des Angebots auswerten zu können.
Gesellschaftliche und praktische Argumente
Hannah Fleetwood, Vorstandssprecherin der GRÜNEN Einbeck, erklärte: „Menstruation gehört für fast alle Frauen zum Leben und Alltag. Und trotzdem gilt sie weiterhin oft als schambehaftetes Tabu-Thema. Gleichzeitig empfinden, laut einer Studie von Plan International, 23 Prozent der Frauen in Deutschland die Kosten für Menstruationsprodukte als echte finanzielle Belastung. Einbeck hat hier die Möglichkeit, ein klares Signal für die Enttabuisierung des Themas und gegen Periodenarmut zu senden.“
Für Stadtratsmitglied Marion Christ steht die praktische Seite im Vordergrund: „Keine Frau sollte sich in einer Notlage allein gelassen fühlen – ob Einwohnerin oder Besucherin unserer Stadt. Wer Einbeck als Tourismusstadt stärken möchte, muss auch so etwas mitdenken. Eine gut ausgestattete, moderne Infrastruktur in unseren öffentlichen Toiletten sendet ein klares Signal: Einbeck ist eine Stadt, in der sich alle Menschen willkommen und gut versorgt fühlen.“
Appell an Politik und Landkreis
Zusätzlich zur stadtinternen Umsetzung fordert die Fraktion, dass die Stadtverwaltung auch beim Landkreis Northeim auf eine kreisweite Lösung hinwirkt, insbesondere für weiterführende Schulen im Landkreis. Damit soll sichergestellt werden, dass auch Schülerinnen flächendeckend Zugang zu kostenlosen Hygieneprodukten erhalten.
Stadtratsmitglied Manfred Helmke erklärte mit Blick auf die anstehende Entscheidung: „Wir sind zuversichtlich, dass dieser Antrag breite Unterstützung finden wird – denn es ist eine kleine Maßnahme mit großer Wirkung für viele Frauen in unserer Stadt. Wir laden alle Stadtratsmitglieder herzlich ein, diesen Schritt gemeinsam mit uns zu gehen. Andere Städte wie Freiburg, Essen oder Erlangen haben bewiesen, dass solche Maßnahmen funktionieren und ankommen. Einbeck kann hier Vorbild für die gesamte Region sein.“
Über den Antrag soll am Mittwoch, 6. Mai 2026, im Einbecker Stadtrat abgestimmt werden.