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Freitag, 06. März 2026 Mediadaten wsr.tv
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Einbeck (red). Rund 150 Delegierte haben sich am vergangenen Wochenende im PS.Speicher in Einbeck zum 89. Landeskongress der Jungen Liberalen Niedersachsen versammelt. Der Kongress stand unter dem Motto „Revolution statt Resignation“ und setzte damit nach Darstellung des Verbandes einen bewussten Kontrast zur aktuellen politischen Lage.

In Hannover und Berlin werde aus Sicht der Jungen Liberalen mit großer Detailtiefe darüber diskutiert, wie stark in das Leben junger Menschen eingegriffen werden solle. Genannt wurden unter anderem Social-Media-Sperren, neue Wehrpflichtmodelle sowie Debatten über die Leistungsbereitschaft der Generation Z. Zugleich, so die Einschätzung des Verbandes, blieben strukturelle Probleme wie wirtschaftliche Verwerfungen und die Herausforderungen für die sozialen Sicherungssysteme im Zuge des demografischen Wandels unzureichend bearbeitet.

Klare Mehrheit für Stietenroth

Mit 96,6 Prozent der Stimmen bestätigten die Delegierten Joris Stietenroth aus Hannover als Landesvorsitzenden. In seiner Rede formulierte er den Anspruch, Niedersachsen zu einem „Land der Chancen“ zu entwickeln. Wörtlich sagte er: „Du hast Lust, hier an Atomstrom ohne Atommüll zu forschen? Herzlich Willkommen in Niedersachsen. Du willst aus Osnabrück das nächste Silicon Valley machen? Herzlich Willkommen in Niedersachsen. Du willst in Hannover-Linden die nächste Oscar-Nominierung drehen? Herzlich Willkommen in Niedersachsen. Du hast der Realität endgültig den Rücken gekehrt und willst in Braunschweig einen Champions-League-Club aufbauen? Denk vielleicht nochmal drüber nach, aber herzlich Willkommen in Niedersachsen. Du bist Schüler und willst endlich Mitspracherecht an deiner Schule, um den Bolzplatz, den Aufenthaltsraum oder die Bibliothek zu bekommen? Herzlich Willkommen in Niedersachsen.“

Die Jungen Liberalen Niedersachsen stellten nach eigenen Angaben klar, dass es statt Resignation eine grundlegende Reformbereitschaft und ein erneuertes Aufstiegsversprechen für die junge Generation brauche.

Kritische Fragen an die FDP-Spitze

In einem Podiumsgespräch befassten sich die Delegierten zudem mit dem Kandidaten für den Landesvorsitz der FDP Niedersachsen, Gero Hocker, der sich am kommenden Wochenende dem Landesparteitag stellen will. Die FDP-Jugend machte deutlich, sie wolle die Partei wieder als Kraft des politischen Fortschritts und Optimismus in der politischen Mitte positioniert sehen.

Dabei sei auch die Frage gestellt worden, ob ein personeller Wechsel allein ausreiche, wenn prägende Verantwortungsträger der vergangenen Jahre weiterhin maßgeblich Einfluss nähmen. Mit einem eigenen Kandidatenangebot kündigten die Jungen Liberalen an, auf dem Parteitag Verantwortung übernehmen und den Anspruch auf Erneuerung im Hinblick auf Kommunal- und Landtagswahl sichtbar machen zu wollen.

Dem neuen Landesvorstand gehören neben Joris Stietenroth die stellvertretenden Vorsitzenden Paul Lanwer aus Cloppenburg, Iwan Krivov aus Göttingen, Mila Lüdtke aus Celle und Lukas Kleene aus Osnabrück an. Als Beisitzer komplettieren Justus Nörthemann aus Hannover, Laura Schmidt aus Hannover, Tim Heckeroth aus Hildesheim, Fynn Sodemann aus Hannover, Max Tolle aus Northeim und Michel Baylor aus Osnabrück das Gremium.

Foto: Junge Liberale Niedersachsen

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