Landkreis Northeim (red). Die Polizeiinspektion Northeim hat die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 vorgestellt und dabei erneut rückläufige Fallzahlen verzeichnet. Insgesamt wurden 6.383 Straftaten registriert und damit 465 weniger als im Jahr 2024. Die Kriminalitätsbelastung sank ebenfalls leicht und liegt mit 5.081 Fällen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner unter dem Vorjahreswert.
Die Aufklärungsquote ging hingegen leicht zurück und liegt nun bei 65,8 Prozent. Damit bleibt sie zwar über dem Durchschnitt der Polizeidirektion Göttingen sowie dem Landeswert, jedoch unter dem Mittel der vergangenen zehn Jahre.
Häusliche Gewalt und Gewalt gegen Einsatzkräfte im Fokus
Sorgen bereitet der Anstieg der häuslichen Gewalt. Die Fallzahlen stiegen auf 486 Fälle und damit um 58 Fälle gegenüber dem Vorjahr. Polizeioberrätin Sabrina Tokarski-Höhne erklärte: „Die sinkenden Fallzahlen sind erfreulich, doch der Anstieg bei der häuslichen Gewalt bleibt eine zentrale Herausforderung. Wir setzen alles daran, Betroffene zu schützen, Täter konsequent zur Verantwortung zu ziehen und die Präventionsarbeit mit unseren Partnern zu stärken.“
Auch die Gewalt gegen Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte nahm zu. Im Jahr 2025 wurden 66 Fälle registriert. Die Zahl der Opfer stieg deutlich auf 210. Die Polizei betont, dass jede Tat konsequent verfolgt werde.
Entwicklung bei Tatverdächtigen und Delikten
Parallel zum Rückgang der Gesamtstraftaten sank auch die Zahl der Tatverdächtigen auf 3.468 Personen. Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger lag bei 24,71 Prozent. Die Polizei weist darauf hin, dass bestimmte Delikte ausschließlich von nichtdeutschen Personen begangen werden können und dies bei der Bewertung zu berücksichtigen sei.
Bei den Rohheitsdelikten wurde insgesamt ein leichter Rückgang festgestellt. Während Raub und Straftaten gegen die persönliche Freiheit abnahmen, stieg die Zahl der Körperverletzungen leicht an. Delikte gegen das Leben wurden in drei Fällen registriert, die Aufklärungsquote lag erneut bei 100 Prozent.
Messerangriffe und Sexualdelikte
Die Zahl der Messerangriffe stieg im Landkreis Northeim von 31 auf 38 Fälle. Landesweit sei eine zunehmende Entwicklung erkennbar. Polizeipräsidentin Tanja Wulff-Bruhn erklärte, Maßnahmen wie Waffenverbotszonen seien „richtig, nötig und wichtig“, um die Sicherheit im öffentlichen Raum zu erhöhen.
Demgegenüber ging die Zahl der Sexualdelikte deutlich zurück. Insgesamt wurden 201 Fälle registriert, darunter auch weniger Fälle sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. Die Aufklärungsquote blieb mit über 92 Prozent auf hohem Niveau. Die Polizei weist jedoch darauf hin, dass statistische Schwankungen auch durch lange Ermittlungsverfahren beeinflusst werden können.
Wohnungseinbruch und Fahrraddiebstahl
Im Bereich Wohnungseinbruch verzeichnete die Polizei einen leichten Rückgang auf 102 Fälle. Gleichzeitig sank die Aufklärungsquote deutlich auf 11,76 Prozent. Fahrraddiebstähle wurden erstmals gesondert ausgewiesen und gingen auf 118 Fälle zurück. Auch der entstandene Schaden reduzierte sich erheblich.
Als möglicher Grund wird unter anderem eine Präventionskampagne genannt, bei der Fahrradhändler einbezogen wurden, um über Diebstahlschutz zu informieren.
Rückgang bei Jugendkriminalität
Positiv entwickelte sich die Jugendkriminalität, die im dritten Jahr in Folge zurückging. Insgesamt wurden 723 Fälle registriert. Während bei Jugendlichen deutliche Rückgänge zu verzeichnen waren, stieg die Zahl der Fälle bei Kindern unter 14 Jahren an.
Gesamtbewertung der Polizei
Leitende Polizeidirektorin Maren Jäschke erklärte, die Zahlen seien Ausdruck intensiver Polizeiarbeit und zugleich Hinweis auf zukünftige Herausforderungen. Die Polizei werde ihre Maßnahmen fortsetzen, um die Sicherheit im Landkreis weiter zu erhöhen.
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