Katlenburg (red). Wenn ein Pferd in einen Graben rutscht, ein Rind in eine Güllegrube fällt oder ein Pferdeanhänger in einen Unfall verwickelt ist, sind Feuerwehren und andere Rettungskräfte gefordert. Solche Einsätze nehmen seit Jahren zu. Um auf diese besonderen Situationen vorbereitet zu sein, hat die Stützpunktfeuerwehr Katlenburg an einer ganztägigen Ausbildung zur technischen Großtierrettung teilgenommen.
Unter dem Titel „Technische Großtierrettung – Menschen schützen, Tiere schonen, Werte erhalten“ wurden die Einsatzkräfte auf die besonderen Herausforderungen solcher Rettungseinsätze vorbereitet. Organisiert wurde das Training auf Initiative von Ortsbrandmeister Martin Niehoff.
Theorie und Praxis im Training
Der Ausbildungstag begann mit einem Seminarteil im Gebäude der Feuerwehr Katlenburg. Dort erhielten die Teilnehmenden grundlegende Informationen zur Einschätzung von Einsatzlagen sowie zum Verhalten von Menschen und Tieren in Stresssituationen. Dabei ging es unter anderem um die sichere Organisation eines Einsatzortes und den Schutz der Einsatzkräfte.
Auch das Verhalten von Tierbesitzern oder anderen Anwesenden spielte eine Rolle. Nach Angaben der Trainer kommt es häufig vor, dass Menschen in der Sorge um ein Tier unüberlegt handeln und dabei ihre eigene Sicherheit gefährden.
Im Anschluss folgte der praktische Teil der Ausbildung im Gelände. Dort wurden verschiedene Einsatzszenarien möglichst realitätsnah nachgestellt. Zum Einsatz kam ein lebensgroßer Pferdedummy mit dem Namen „Hope“. Das etwa 250 Kilogramm schwere Trainingsmodell besitzt bewegliche Gelenke und ermöglicht realistische Übungen.
Rettungsübungen im Gelände
Mit dem Dummy übten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter anderem die Rettung eines Tieres aus Gräben, Bachläufen, dichtem Unterholz oder aus einem verunfallten Anhänger. Dabei kamen spezielle Rettungsgeräte zum Einsatz, die internationaler Standard in der technischen Großtierrettung sind und eine schonende Bergung der Tiere ermöglichen.
An der Ausbildung nahmen neben der Feuerwehr Katlenburg auch Kameradinnen und Kameraden des THW Northeim sowie Tierärztin Leonie Melching von der Großtierpraxis Moringen teil.
Ermöglicht wurde die Fortbildung durch die finanzielle Unterstützung des Feuerwehrvereins Katlenburg. Geleitet wurde der Ausbildungstag von Trainer Michael Böhler. Die praktischen Übungen fanden auf dem Hof der Familie Strecker statt. Die dortigen Geländegegebenheiten boten nach Angaben der Veranstalter geeignete Bedingungen für realitätsnahe Trainingsszenarien.

Fotos: Leon Hänel / Christopher Sakel / Fachzug Bevölkerungswarnung und Öffentlichkeitsarbeit