Donnerstag, 13. Juni 2019 09:34 Uhr

„Das war die größte und beste Zeit“ - Delegiertenversammlung der Kreisfeuerwehr in Drüber

Drüber (red). „Die Zeit als Kreisbrandmeister und als Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes war die größte und beste Zeit, die ich sehr gern mit viel Hingabe und hohem persönlichen Engagement gelebt habe.“ So fasste Kreisbrandmeister Bernd Kühle seine Amtszeit bei der Delegiertenversammlung des Kreisfeuerwehrverbands Northeim in Drüber zusammen. „Seit 1974 bin ich mit großer Begeisterung Feuerwehrmann - eine Aufgabe, wie sie schöner nicht sein kann“, sagte Kühle und warb damit aktiv dafür, sich diesem besonderen Ehrenamt anzuschließen. 

Für die 4971 aktiven Mitglieder in den 152 Feuerwehren gibt es allerdings auch einige Herausforderungen. „Muss es wirklich erst einmal so weit kommen, dass ein Polizeibeamter den Gaffern mal die Verstorbenen in einem Fahrzeug zeigt? Dieser Vorfall ist ein typisches Zeichen dafür, wie sich unsere Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten gewandelt hat“, mahnte der Kreisbrandmeister. Die Hemmschwellen gegenüber Uniformierten, egal ob Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienstpersonal, seien auf unterstem Niveau angekommen. ++ Um diesem Trend entgegensteuern zu können, sei eine gute Ausbildung und Schulung von Kindern und Jugendlichen notwendig. „Die Zahlen der Kinder- und Jugendfeuerwehren lassen uns seit Jahren wieder hoffen, hier besonders bei den 67 Jugendfeuerwehren mit 844 Mitgliedern. Die mittlerweile 37 Kinderfeuerwehren verfügen über stolze 570 Mitglieder.“ 

„Was gestern war, ist unwichtig“, sagte Kühle in seinem Jahresbericht abschließend. Entsprechend wollte er an dieser Stelle nicht auf seine 18-jährige Amtszeit zurückblicken. Sein Dank gilt allen, mit denen er zusammenarbeiten durfte. Die 247 Delegierten und rund 100 weiteren Gäste spendeten stehend Beifall für den scheidenden Kreisbrandmeister. Von den Feuerwehren des Landkreises, den Abschnittsbrandmeistern, den Kinder- und Jugendfeuerwehren sowie Geschäftsstellen-Mitarbeiterin Petra Dold gab es zum Dank Präsente für Bernd Kühle.

Landtagsabgeordnete Frauke Heiligenstadt (SPD) sprach Kühle ihren Dank aus. „Wir haben immer zusammen gewirkt und wenn es notwendig war auch zusammen gestritten.“ Auf die Kritik des Kreisbrandmeisters, der Landkreis Northeim würde in Sachen Katastrophenschutzfahrzeuge meist leer ausgehen, antwortete sie: „Auch ich bin im Kontakt mit dem Innenminister in Sachen KatS-Fahrzeuge. An der Politik soll es nicht liegen.“ ++ Karl-Heinz Hagerodt, Vorsitzender des Brand- und Katastrophenschutzausschusses des Landkreises Northeim, unterstützte die Forderung, nach Katastrophenschutz-Fahrzeugen. „Unser Landesfeuerwehrverbands-Präsident wird an den Landkreis Northeim bei der Verteilung der KatS-Fahrzeuge denken, er hat den kurzen Draht zum Innenminister und wird sich mit dem Landkreis dafür einsetzen, dass der Landkreis nicht leer ausgeht“, sagt Hagerodt bestimmt und sendet damit eine deutliche Nachricht in die Landeshauptstadt. ++ Präsident Karl-Heinz Banse betonte, dass er persönlich nicht über die Verteilung der Fahrzeuge entscheiden könne. „Ihr seid aber ein sehr großer und starker Landkreis, was die Feuerwehr angeht und die Signale, die von hier gesendet werden, die kommen im ganzen Land an.“ Dem Kreisbrandmeister gab Banse mit auf den Weg: „Bernd, du warst und bist einer der besten Kameraden, die ich hatte.“ 

Auf der Tagesordnung der Verbandsversammlung stand außerdem die Wahl eines neuen Vorsitzenden. Aus der Versammlung wurde der designierte Kreisbrandmeister Marko de Klein vorgeschlagen, der diese Aufgabe gestützt von einer klaren Mehrheit, übernehmen wird. „Ich freue mich auf eine gute und kameradschaftliche Zusammenarbeit getreu dem Motto „Zukunft gestalten“. Wir werden in eine gemeinsame Zukunft starten mit neuen Zielen. „Sprachrohr und Vertreter aller Feuerwehren zu sein und deren Interessen gleichermaßen zu vertreten“ sei die künftige Aufgabe, sagte Marko de Klein, der im kommenden Monat das Amt des Kreisbrandmeisters antritt. „Nehmt mich so an, wie ich bin, habt Geduld mit meinen Schwächen und sucht vieleicht auch nach den Stärken“, appelliert de Klein an die Anwesenden.

Am Sonntag konnten außerdem mehrere Spenden überreicht werden. Bei der Sammlung für den Landesblinden- und Sehbehindertenverband sind 13.100 Euro zusammengekommen. „Ein hervorragendes Ergebnis“, lobt Kreisbrandmeister Bernd Kühle. 1900 Euro sind beim Benefizkonzert für die Lebenshilfe Northeim zusammengekommen. 

Ehrungen

Das Ehrenzeichen des Deutschen Feuerwehr-Verbands in Gold hat Roger Zenker (Ortsfeuerwehr Kreiensen) erhalten. Das DFV-Ehrenzeichen in Bronze ging an Heinz Flagge (Opperhausen), Ulrich Lehmann (Kohnsen), Oliver Rohde (Moringen), Peter Schnute (Altgandersheim), Hans-Jürgen Pohl (Strothagen) und Sven Probst (Bad Gandersheim). 

DFV-Ehrenkreuz in Silber haben erhalten: Sascha Krull (Hettensen), Michael Kuttig (Uslar), Martin Niehoff (Katlenburg), Marco Waßmann (Hoppensen),Carsten Rohde (Moringen) und Bernd Arnemann (Buensen). 

Manfred Voß, Abschnittsbrandmeister BA Ost, wird für 25-jährige Amtszeit geehrt. Christian Hoffmann erhält das Ehrenzeichen der Niedersächsischen Jugendfeuerwehr.

Fotos: Horst Lange/Kreisfeuerwehr

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